Mord am Wald

Am 25. Juli 2005 beschloss der Bauausschuss der Gemeinde Taufkirchen mit 9:1 Stimmen (für: CSU, SPD, UWT, ILT, gegen: Grüne), an der Bundesstraße 471 gegenüber von IKEA ein Gewerbegebiet einzurichten, der Gemeinderat stimmte am 26. Juli mit 17:8 dafür. Ottobrunns Bürgermeisterin Dr. Sabine Kudera beklagte sich in einer Pressemitteilung über die hemmungslosen Nachbarn Taufkirchen und Brunnthal, die nur eine kurzsichtige Jagd nach dem schnellen Geld betreiben. Darüber berichtete die Süddeutsche Zeitung am 30. Juli, in dem Artikel werden auch die Argumente unseres Vereins gegen eine solche Gewerbepolitik dargestellt, die wir der Presse hatten zukommen lassen.

Das Gebiet nordöstlich von IKEA, eingerahmt von EADS/IABG, Ottobrunn, und Rosenheimer Landstraße, das auf dem Gebiet von Taufkirchen liegt, ist als Erholungsgebiet, grüne Lunge, und für Lärm- und Staubschutz der angrenzend wohnenden Ottobrunner Bürger besonders wichtig. Geplant war dort noch ein weiterer Möbelgigant (Höffner), ein Baumarkt (Obi), und ein Gartencenter mit Baumarkt (Hornbach). Große Flächen würden dabei für Parkplätze benötigt, denn die riesigen Verkaufskapazitäten waren auf das Einzugsgebiet Richtung Sauerlach, Holzkirchen, Tegernsee, Weyarn, Miesbach, Hausham, Schliersee ausgelegt, das durch die komfortable Autobahnausfahrt bestens erschlossen wird.

Mit dem Artikel "Bauwut in Südost" in der Ökopost 2/2005 hat unser Verein die Öffentlichkeit hierauf nochmals aufmerksam gemacht und die Gründe dargelegt, die gegen eine solche Bebauung sprechen.

Einrahmung des ParallelogrammsEs folgte am 24. November 2005 eine Aktion, bei der eine große Waldfläche zwischen B471, Max-Planck-Straße, Lilienthalstraße, und Willy-Messerschmitt-Straße (das sog. Parallelogramm) symbolisch mit rot-weißen-Bändern geschützt wurde. Teilnehmer waren Vereinsmitglieder, Mitglieder anderer Vereinigungen, und Sympathisanten (für andere größere Ansicht auf das Bild klicken).

An den Bäumen wurden dabei Plakate mit dem Titel "Mord am Wald, und wir alle schauen zu" angebracht, in denen die Anwohner aufgefordert wurden, sich mit ihrer Ablehnung an den Bürgermeister und die Gemeinderäte von Taufkirchen zu wenden. Am 25. November berichteten der Münchner Merkur und die Süddeutsche Zeitung ausführlich darüber. Anfang Dezember 2005 spannten wir dann noch eine große Leinwand, die auf die drohende Vernichtung dieses Waldes hinwies, an der B471 zwischen die Bäume. Außerdem richteten wir einen offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, der nicht beantwortet wurde.

Die Aktion führte leider noch nicht dazu, dass Taufkirchen und Brunnthal ihre Vorhaben einstellten. Daher wurde als nächste Aktion eine Plakatausschnitt zur Unterschriftensammlung beschlossen (zu dieser Aktion auf das Bild klicken).