Geothermieabsetzbecken als Laichgewässer

Absetzbecken für GeothermiebohrungIn Kirchstockach wurde Anfang 2010 im Zuge der Bohrarbeiten für die Geothermie ein ca. 35 x 70 Meter großes Absetzbecken (siehe Bild) gebaut. Im Becken sollte sich das Bohrwasser abkühlen, und die Schwebstoffe sollten sich absetzen. Das Bohrwasser musste auch chemisch untersucht werden, ehe es in die Kanalisation geleitet werden konnte. Die Abdichtung des drei Meter tiefen Beckens erfolgte mit verschweißten Folienbahnen, die Böschungen waren 45 Grad steil.

Über 100 Erdkröten, zahlreiche Molche und Teichfrösche wählten nun im Frühjahr 2010 das Becken als Laichgewässer. Die Tiere konnten zwar leicht in das Becken gelangen, sie purzelten einfach die Böschung hinunter, aber nach dem Ablaichen kamen sie an der glatten und steilen Böschung nicht mehr heraus. Irgendwann wären sie an Entkräftung gestorben.

Wir wandten uns daher an die Leitung der Bohrfirma. Auf unsere Veranlassung hin wurden Streifen aus Geotextil und Sisal an den Böschungen befestigt, kurze Zeit später begannen schon die ersten Kröten hochzuklettern.


Quappen einsetzenEnde August 2010 sollte das Becken dann leergepumpt werden, um für die Spülung des fertigen Bohrlochs Platz zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt hatten zwar alle Teichfroschhüpferlinge das Becken verlassen, aber längst nicht alle Molchlarven. Mit einem Sisalteppich und Brettern von der Baustelle baute Fritz Baur eine Absperrung um die Pumpe, um die Tiere vor dem Sog der Pumpe zu schützen. Nach dem Pumpen blieben nur noch einige Pfützen von bis zu 20 cm Tiefe übrig. Fritz Baur und Rüdiger Berger fingen dann fast alle der bereits weit entwickelten Molchlarven, wobei der Fangerfolg bei aufgewirbeltem Bodenschlamm am größten war, weil die Larven uns im trüben Wasser nicht entdecken konnten. Der Fang wurde von uns dann ins Biotop Fischergrube eingesetzt (siehe Bild).